Wie bleibt man möglichst lange fit am Steuer? Drei Tipps von Ärztin und Fernsehmoderatorin Susanne Holst:

Verkehr

Dr. Susanne Holst
Machen Sie sich das Fahren einfacher
„Werden die Augen schlechter oder ist der Hals beim Schulterblick nicht mehr so beweglich wie früher, kann man einiges tun, um fit fürs Steuer zu bleiben. Klarheit über den eigenen

gesundheitlichen Zustand kann ein Arztbesuch schaffen. Aber auch körperliche Fitness zahlt sich aus – sie lässt sich zum Beispiel durch den Besuch eines Gymnastikkurses steigern. Einfacher kann man sich das Fahren auch machen, indem man auf technische Helfer im Auto wie zum Beispiel Lichtassistenzsysteme

oder Notbremsassistenten setzt.“
Verlassen Sie sich nicht nur auf sich selbst
„,Ich weiß selbst am besten, wie sicher ich am Steuer bin’ – das glauben viele Autofahrer. Oftmals sind es jedoch gerade Familienangehörige oder Freunde, die als Erste bemerken, wenn sich Probleme beim Fahren andeuten, wie zum Beispiel Unsicherheiten beim Einfädeln in den Verkehr. Ein wichtiger Partner in Sachen sichere Mobilität ist auch Ihr Hausarzt. Er kennt Ihre medizinische Vorgeschichte und kann mit einigen wenigen Tests prüfen, ob es gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt, die sich auf die Fahrfitness auswirken können.“
Man lernt auch am Steuer nie aus
„Viele Autofahrer besitzen jahrelange Erfahrung und können Gefahrensituationen im Straßenverkehr gut einschätzen. Es empfiehlt sich dennoch, in regelmäßigen Abständen ein paar Fahrstunden zu nehmen oder ein Sicherheitstraining zu absolvieren.
So sind Sie schnell wieder auf dem neuesten Stand in puncto Verkehrsregeln und können Fahrfehler vermeiden, die sich manchmal mit den Jahren einschleichen.“

Quelle: DVR
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Ältere Autofahrer wünschen sich Mobilitätsberatung durch Ärzte

Verkehr

 Sicherheit am Steuer ist für viele ältere Autofahrer ein wichtiges Thema: Laut aktueller forsa-Umfrage (*1) im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) haben sich 69

Prozent der Autofahrer ab 65 Jahre schon einmal darüber Gedanken gemacht, ab einem bestimmten Alter nicht mehr selbst mit dem Wagen unterwegs zu sein. Ein Großteil der Befragten (88 Prozent) würde sich zudem gern zum Thema „Fahrtüchtigkeit im Alter“ vom Arzt beraten lassen.

Die Realität sieht anders aus
Der Umfrage zufolge haben jedoch erst 15 Prozent der Befragten tatsächlich ihre Fahrfitness beim Arzt prüfen lassen. Und nur zwei Prozent der Befragten wurden von ihrem Arzt schon mal auf das Thema angesprochen. „Für Führerscheine gibt es kein Verfallsdatum, doch sollte jeder seine Fahrtüchtigkeit regelmäßig beim Arzt prüfen lassen“, so Sandra Demuth vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Oftmals schleichen sich unbemerkt Gesundheitsbeeinträchtigungen ein, die die Fahrsicherheit negativ beeinflussen können. Bewegungseinschränkungen machen zum Beispiel den Schulterblick schwieriger. Wird im Alter das Dämmerungssehen schlechter und nimmt die Blendempfindlichkeit zu, können Nachtfahrten gefährlich sein.
Angst, bei einer Untersuchung den Führerschein zu verlieren, muss man dabei nicht haben:„Autofahrer sollten nicht zögern und auf ihren behandelnden Hausarzt zugehen, er unterliegt der Schweigepflicht“, so Demuth. Tipp: Wird die Untersuchung im Rahmen eines allgemeinen Gesundheitschecks durchgeführt, der über die Prüfung der Fahrtüchtigkeit hinausgeht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.
Fahrfitness erhalten
Wer seine Fahrfitness verbessern will, kann sich darüber hinaus bei verschiedenen Beratungsstellen wie den Verkehrswachten, dem ADAC und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat informieren. Fahrsicherheitstrainings und -seminare helfen dabei, möglichst lange sicher mobil zu bleiben.
(*1): Sichere Mobilität im Alter. Befragt wurden 1.003 Autofahrer ab 65 Jahre, Erhebungszeitraum: 20.


Text: DVR

Aus für blaue Plakette: HU-Termin besser vor dem Wintereinbruch erledigen

Verkehr

Wer jetzt noch mit einer blauen Prüfplakette am Auto unterwegs ist, sollte schleunigst einen Termin für die Hauptuntersuchung vereinbaren. Torsten Hesse, Fahrzeugexperte vom TÜV Thüringen rät, nicht bis

zum letzten Drücker zu warten. Bei Überschreitung der HU-Prüffristen drohen Zusatzkosten oder gar Bußgelder beziehungsweise ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg.

Der Countdown läuft, Fahrzeuge mit blauer Prüfplakette müssen bis zum 31. Dezember zur Hauptuntersuchung (HU). Laut TÜV Thüringen versäumen viele Autofahrer zum Jahreswechsel den HU-Termin. Für Autos, deren HU-Termin bereits seit mehr als zwei Monaten abgelaufen ist, sieht der Bußgeldkatalog eine Ordnungsstrafe von mindestens 40 Euro vor. „Neben dem drohenden Bußgeld kommt auf die über zwei Monate überfälligen Fahrzeuge bei der HU ein umfangreicherer Prüfumfang zu. Das bedeutet für den Halter Zusatzkosten von 20 Prozent“, so Hesse. „Des Weiteren könnte die Versicherung im Falle eines Unfalls eine Verletzung der Sorgfaltspflicht des Halters unterstellen, sollte es sich beispielsweise nachträglich herausstellen, dass das Fahrzeug womöglich mängelbehaftet war“, erläutert der Fahrzeugexperte. Halter wie Fahrer von Autos, deren HU mehr als vier Monate überzogen ist, kassieren nach dem aktuell gültigen Bußgeldkatalog einen Punkt in Flensburg und werden mit einer zusätzlichen Geldbuße von 60 Euro, nach Überziehung von acht Monaten mit sogar 75 Euro belegt.
Immer häufiger stellen die Prüfingenieure des TÜV Thüringen Fahrzeuge mit überfälliger HU-Plakette fest. Leider ist das kein Kavaliersdelikt. Zwar drohen Bußgelder für eine Überziehung erst ab dem zweiten Monat, dennoch warnt Fahrzeugexperte Torsten Hesse davor, den HU-Termin unnötig auf die lange Bank zu schieben beziehungsweise verstreichen zu lassen. „Wer sich überflüssigen Ärger, Rennerei und Zusatzkosten sparen möchte, sollte sein Fahrzeug fristgemäß vorstellen. Für Fahrzeuge mit einer abgelaufenen Prüfplakette kann durch Ordnungsämter oder Polizei bereits im ersten Monat der Überziehung eine Frist zur Zwangsvorstellung verhängt werden“, gibt Torsten Hesse zu bedenken. Dadurch hat der Fahrzeughalter zusätzliche und unnötige Laufereien, um den Mangel abzumelden.
Nach Hesses Erfahrung sind es gerade Fahrzeughalter, deren Fahrzeuge mängelbehaftet sind, die ihren HU-Termin verstreichen lassen. „Aus Angst, die HUnicht zu bestehen und keine Prüfplakette zu bekommen, glauben einige Autofahrer, die Zeit heilt alle Wunden.“ Hesse appelliert hingegen daran, an regelmäßiger Wartung und Pflege des Fahrzeugs nicht zu sparen. „Ein auf die lange Bank geschobener HU-Termin bringt letztlich nichts. Im Zweifel kommen dann geballte Kosten für vernachlässigte Wartung des Fahrzeugs auf den Halter zu“, erklärt Hesse.
Die Gültigkeit der HU-Plakette können Fahrzeughalter im Übrigen am hinteren Kennzeichen ablesen. Die auf der Plakette in 12-Uhr-Stellung angezeigte Zahl gibt den Monat, die zweistellige Zahl im inneren Kreis das Ablaufjahr an. Auch ein Blick in die Fahrzeugzulassung gibt Auskunft über den Termin zur nächsten Hauptuntersuchung.
Text/Foto. TÜV Bayern

Auch Euro 6 Diesel sind Stickoxid-Schleudern

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 Auch Dieselmotoren, die das Euro 6-Siegel tragen, lösen das Stickoxid-Problem dieser Motorentechnik nicht.Nach einer jüngst veröffentlichten Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) sind die Stickoxid-Emissionen von Euro 6-Diesel-Pkw im realen Fahrbetrieb durchschnittlich sieben Mal höher als erlaubt. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert wird nur unter Laborbedingungen eingehalten.
Die ICCT-Untersuchung bestätigt damit ähnliche Ergebnisse aus früheren Studien. Weitere Untersuchungen sind notwendig, da bisher nur ca. 35 Pkw getestet wurden und die Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen sehr groß waren.
Es bleibt abzuwarten, ob mit der ab September 2015 für alle Neuwagen geltenden Schadstoffnorm Euro 6 substanzielle Effekte auf die Luftreinhaltung erzielt werden. Solange sich dies nicht zeigt, sollten Sie Pkw mit alternativem Antrieb bzw. Benzinmotor bevorzugen. Text: WH

DVR für Tempo 80 auf schmalen Landstraßen

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Nicht angepasste Geschwindigkeit oft Ursache für schwere Unfälle

„Endlich zu Hause. Nur noch wenige Kilometer. Ist das finster heute. Und immer dieses

Gegenlicht!“ Zu spät erkennt der Fahrer das feuchte Laub in der Kurve. Sein Fahrzeug bricht aus und prallt seitlich gegen einen Baum. So oder ähnlich passieren immer wieder Verkehrsunfälle mit schweren Folgen.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) weist darauf hin, dass sich die meisten tödlichen Unfälle auf Landstraßen ereignen. 2013 mussten dabei 1.934 Menschen ihr Leben lassen, das sind knapp 60 Prozent aller Getöteten. Jeder vierte Getötete wurde Opfer eines Baumunfalls. Viele Verkehrsteilnehmer starben bei Unfällen in Kurven und an Kreuzungen, Einmündungen oder Zufahrten. Aber auch Überholvorgänge führen immer wieder zu schweren Unfällen. Neben Insassen von Pkw sind häufig auch Motorradfahrer an solchen Unfällen beteiligt.
Laut Unfallerhebungen der Polizei ist „nicht angepasste Geschwindigkeit“ oft die Ursache für schwere Unfälle auf Landstraßen. Gemeint sind Geschwindigkeiten, die vom Fahrzeugführer unangemessen hoch gewählt wurden trotz beispielsweise Nässe, Glätte, Dunkelheit oder heiklem Straßenverlauf an Kurven oder bei Gefälle. „Ob bei Unfällen mit nicht angepasster Geschwindigkeit auch eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorgelegen hat, lässt sich oft nur mit Hilfe von Gutachten klären“, sagt Dr. Detlev Lipphard vom DVR. Unstrittig sei jedoch, so der Verkehrssicherheitsexperte, dass niedrigere Geschwindigkeiten auf jeden Fall zu geringeren Unfallfolgen führen.
Der DVR empfiehlt daher, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite bis einschließlich sechs Metern auf 80 km/h zu begrenzen. Wo die Sichtweite nicht ausreiche, um gefahrlos überholen zu können, solle die Anordnung von Überholverboten geprüft werden. „Da nicht alle Landstraßen gleich gefährlich sind, kommt der Identifizierung besonderer Gefahrenstellen eine große Bedeutung zu. Hierbei leistet die Arbeit der örtlichen Unfallkommissionen wertvolle Dienste“, erläutert Lipphard. Oft sei entscheidend, längere Streckenabschnitte zu betrachten.
Sinnvoll könne es nach Meinung des DVR auch sein, zum Beispiel auf gut ausgebauten Landstraßen die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Lkw von derzeit geltenden 60 km/h auf 80 km/h zu erhöhen. Hierdurch ergebe sich eine geringere Geschwindigkeitsdifferenz zu anderen Fahrzeugen, was den subjektiv empfundenen Überholdruck bei einigen Auto- und Motorradfahrern verringern und damit zu einer Vermeidung gefährlicher Überholmanöver führen könne.
Weiterhin nötig sei nach Meinung des DVR die konsequente Überwachung und Ahndung von erheblichen Geschwindigkeitsübertretungen, um das Verhalten der Auto- und Motorradfahrer zu einer sicheren und angepassten Fahrweise zu beeinflussen. „Der DVR wird auch künftig im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit die Verkehrsteilnehmer dazu motivieren, ihre Geschwindigkeit den Gefährdungen anzupassen nach dem Motto: Runter vom Gas – auch auf der Landstraße“, fasst Lipphard zusammen.

Text/Foto: DVR

Preisrückgang bei Fahrerassistenzsystemen

Verkehr

Mehr Sicherheit – weniger zahlen
 Es ist dunkel und regnet. Die Scheinwerfer der Entgegenkommenden spiegeln sich auf der nassen Straße. Man muss schon höllisch aufpassen, um nicht einen Radfahrer oder

Fußgänger zu übersehen. Es passiert schnell, nur kurz den Abstand zum Vordermann nicht eingehalten und wenn er bremst, wird es knapp.

Ein Notbremsassistent hilft, solche Situationen besser zu überstehen. Er kann rechtzeitig vor einem Crash warnen, beim Bremsen unterstützen oder selbst bremsen. Die Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), Ute Hammer, erläutert: „Von allen Fahrerassistenzsystemen versprechen wir uns vom Notbremsassistenten am meisten. Er hilft deutlich, die Anzahl und die Schwere der Unfälle zu reduzieren.“
Diese Aussage belegen erste Daten der Daimler-Unfallforschung aus diesem Jahr. Bereits seit 2011 setzt der Autobauer auf das Notbremssystem Collision Prevention Assist (CPA) an Bord der B-Klasse Modellreihe. Um 14% ist laut der Studie die Anzahl der schweren Auffahrunfälle im Vergleich zum Vorgängermodell zurückgegangen. Die Ingenieure rechnen mit einer Verdoppelung dieser Ergebnisse, wenn das System automatisch eingreift, beispielsweise wenn der Fahrer auf vorherige Warnsignale nicht rechtzeitig reagiert. Gleichzeitig werden die Sicherheitssysteme immer günstiger. So kostet der Notbremsassistent für den neuesten Ford Focus knapp ein Drittel weniger als für das Vorgängermodell.
Andere Hersteller wie Mercedes bieten den Notbremsassistenten ohne Aufpreis serienmäßig an. Ein anderes Beispiel findet man seitens VW. Beim Golf gibt es den Notbremsassistent bereits für ca. 300 Euro und das beinhaltet die City-Notbremse für niedrige Geschwindigkeit, z.B. im Staufolgefahren aber auch den Auffahrschutz in höheren Geschwindigkeiten.
Einen Überblick über die Funktionsweise von Fahrerassistenzsystemen bietet die Informationsplattformwww.bester-beifahrer.de. Die Kampagne „bester beifahrer“ des DVR und seiner Partner setzt sich für Sicherheit auf den Straßen durch den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen ein. Autofahrer finden auf der Webseite bundesweit die einzige Datenbank zur typengenauen Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen. Alle Informationen sind auch als App verfügbar: http://app.bester-beifahrer.de/

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Quartiercarsharing ergänzt bestehendes Stationssystem

 In Bonn gibt es ab sofort zehn zusätzliche Fahrzeuge, die im Quartiercarsharing von unserem lokalen Partner eingesetzt werden. Diese Fahrzeuge haben keine festen Stationen mehr, sondern können künftig überall in einem definierten Gebiet geparkt werden. Die eingesetzten Fahrzeuge gehören zur günstigen Miniklasse. 

Die Buchung erfolgt ganz normal über die Flinkster-App, im Internet oder per Telefon. Der Kunde entscheidet sich für ein Fahrzeug aus dem Quartier und bekommt immer das nächste freie Fahrzeug im Umkreis seiner Buchungsadresse zugewiesen. Vor Beginn der Fahrt wird eine Email mit dem aktuellen Standort des Fahrzeugs gesendet.

Die bisherigen rund 30 Fahrzeuge bleiben auch weiterhin bestehen und können ganz normal genutzt werden. Diese Fahrzeuge haben nach wie vor feste Stationen und müssen an diesen abgeholt und abgestellt werden. Das Quartiercarsharing ergänzt somit die bestehenden Stationen in der Altstadt.

Quelle: DB

DER SCHULTERBLICK MACHT DEN TOTEN WINKEL LEBENDIG

Verkehr
– In der Fahrschule wird er noch konsequent geübt, in der Führerscheinprüfung entscheidet er mit über „bestanden“ oder „nicht bestanden“, doch danach gerät er in der Praxis häufig viel zu schnell in Vergessenheit:
der Schulterblick. Dabei verhilft tatsächlich nur der Blick zurück über die Schulter einem Autofahrer dazu, auch jene Bereiche einsehen zu können, die von den Rückspiegeln nicht erfasst werden. Deshalb warnen Verkehrsexperten davor, sich allein auf die (Super-)Weitwinkelspiegel zu verlassen, die bei modernen Autos unterdessen inzwischen schon zur normalen Ausstattung gehören. Denn auch diese Rückspiegel haben einen sogenannten toten Winkel, der zwar mit der Zeit kleiner wurde, aber nach wie vor vorhanden ist.

In jenem für den Fahrer nicht einsehbaren Bereich jedoch bewegen sich häufig Verkehrsteilnehmer, die der Aufmerksamkeit des Autofahrers keinesfalls entgehen sollten: Fußgänger, Zweiradfahrer und auch andere Fahrzeuge. Speziell beim Rechtsabbiegen kommt es häufig zu brenzligen Situationen, wenn etwa der Radfahrer, der parallel zum Auto unterwegs ist, oder der Passant, der sich ebenfalls auf gleicher Höhe mit dem Fahrzeug einem Überweg nähert, übersehen werden. Dagegen hilft nur, den Kopf so weit wie möglich nach rechts zu drehen und sich so einen lückenlosen Überblick zu verschaffen. Denn schließlich genießen Fußgänger und Radler in solchen Situationen Vorfahrt, Kraftfahrer haben dazu gegebenenfalls anzuhalten.

Auch beim rückwärtigen Einparken sollte man als Autofahrer tunlichst ausschließen, dass sich hinter dem eigenen Fahrzeug keine Radfahrer oder Passanten, spielende Kinder oder Hindernisse welcher Art auch immer befinden. Für absolute Gewissheit sorgt in diesen Fällen ebenfalls nur der absichernde Blick über die Schulter zurück. Gleiches gilt für den Fahrbahnwechsel, beim Überholen und beim Linksabbiegen: Ein Schulterblick vermeidet, dass andere Verkehrsteilnehmer im toten Winkel versteckt bleiben und es dadurch möglicherweise zu einem Unfall mit ihnen kommt.

Deshalb betonen Verkehrsexperten immer wieder, wie wichtig es ist, das Verkehrsgeschehen hinter und neben dem eigenen Auto so umfassend wie möglich im Auge zu behalten. Dazu reichen die Seiten- und der Rückspiegel im Fahrzeug nun mal nicht aus. Hinzu kommt, dass die modernen Weitwinkel-Außenspiegel die Perspektive verzerren können. Dadurch wirkt etwa die Distanz zu anderen Fahrzeugen größer als sie tatsächlich ist. Deshalb führt letztlich am Schulterblick keine Kopfbewegung vorbei, wenn man als Autofahrer die Verkehrslage sicher im Griff haben will. Links:http://www.tuv.com/news/de/deutschland/ueber_uns/presse/meldungen/newscontentde_224849.html/Schulterblick:%20Toten%20Winkel%20überwindenhttp://www.fahrtipps.de/frage/schulterblick.php


Text:Goslar Institut

Weihnachtsbaum-Transport: Spanngurt, Schleife und Spitze nach hinten

Verkehr

In der Adventszeit transportieren Millionen Deutsche ihre Christbäume vom Verkaufsort nach Hause. Damit es unterwegs keine Bescherung gibt, zeigen wir Ihnen, wie Sie den Baum richtig sichern – und was passiert, wenn Sie das nicht tun.


Der Heimtransport eines Baums mit dem Auto kann zu einem großen Problem für die Verkehrssicherheit werden. Um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, haben wir Crashversuche durchgeführt. Das Ergebnis: Ohne Spanngurte, die richtig
verzurrt sind, geht es nicht. Gummiriemen, Schnüre oder Expander sind für die Fixierung des Christbaums auf dem Autodach völlig ungeeignet. 

Beim ersten Crashversuch wurde ein Baum mit Expandern befestigt. Das Resultat: Beim Aufprall des Autos mit 50 km/h flog der 32 Kilo schwere Weihnachtsbaum über die Motorhaube des Fahrzeugs. Bei einem echten Unfall wäre er zur Gefahr für andere Autos und Fußgänger geworden. Im zweiten Crashversuch wurde der Baum dann mit handelsüblichen Spanngurten fixiert. Diesmal blieb der Baum da, wo er bleiben sollte – auf dem Autodach. 

Diese beiden Praxisbeispiele zeigen, dass nur Spanngurte – richtig eingesetzt und am Baum gut verzurrt – einen sicheren Transport ermöglichen. Der Baumstamm muss dafür mit einer Schleife fest umschlungen werden, sonst nützt der beste Gurt nichts.

Den Baum richtig positionieren

Wichtig ist auch, dass das abgesägte Ende des Stamms nach vorne zeigt. Die Baumspitze muss also nach hinten zeigen. So kann der Fahrtwind die Äste nicht beschädigen. Ist der Christbaum schlecht positioniert, fungiert er außerdem als Windfang, was die Befestigung zusätzlich belastet. 

Ragt der Baum mehr als einen Meter über das Heck des Autos hinaus, muss er – wie jede andere Ladung auch – mit einer roten Fahne gekennzeichnet werden, sonst werden 25 Euro Strafe fällig. Ist die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert, drohen schlimmstenfalls 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. 

Ein Großteil der Autofahrer vernachlässigt Fortbildung am Steuer

Verkehr

77 Prozent der Autofahrer in Deutschland haben seit ihrer Führerscheinprüfung kein Fahrtraining mehr absolviert. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage (*[1])  im Auftrag des

Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Jeder Zweite (57 Prozent) war bisher nicht beim Training, weil er sich auch ohne Fortbildung im Straßenverkehr sicher fühlt. Ginge es um ihre Fahrtüchtigkeit, verließen sich viele zu stark auf ihre Selbsteinschätzung, sagt Sandra Demuth vom DVR: „Professionelle Fahrlehrer können die Fähigkeiten eines Autofahrers viel besser einschätzen. Sie erkennen frühzeitig eventuelle Leistungseinbußen und sind in der Lage, konkrete Tipps für den Alltag im Straßenverkehr zu geben.“

Autofahrer gehen zu spät zum Arzt
Auch im gesundheitlichen Bereich vertrauen die meisten Autofahrer auf ihre Selbsteinschätzung: 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, ein Gesundheitscheck stehe erst an, wenn Fahrer bei sich selbst körperliche Beeinträchtigungen feststellen – eine Haltung, die das Unfallrisiko erhöhen kann. Vor allem älteren Verkehrsteilnehmern raten DVR-Experten daher, ihre Fahrfitness von einem Arzt überprüfen zu lassen, bevor sich Einschränkungen bemerkbar machen. Eine forsa-Erhebung ergab jedoch, dass die Mehrheit der Fahrer über 65 Jahre (85 Prozent) noch keinen Gesundheitscheck gemacht hat. (*[2])
Aufklärungsbedarf bei Fahrerassistenzsystemen
Stellen sich Beeinträchtigungen ein, können Fahrerassistenzsysteme helfen. Doch viele Autofahrer wissen nur wenig über die technischen Hilfsmittel. Vor allem die Befragten ab 65 Jahre stehen den Systemen skeptisch gegenüber: In dieser Altersgruppe ist sich jeder Vierte (22 Prozent) unsicher, ob Licht-, Notbrems- oder Spurhalteassistent die Fahrsicherheit erhöhen können. „Dabei ist es gerade für ältere Fahrer sinnvoll, sich über Fahrerassistenzsysteme zu informieren. Sie kommen damit deutlich stressfreier durch den Straßenverkehr“, sagt Sandra Demuth.
Die Aktion Schulterblick: Sicher mobil bis ins hohe Alter
Die „Aktion Schulterblick“ des DVR bietet Informationen und Angebote rund um das Thema Mobilität im Alter. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion Schulterblick wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt.
Der DVR wurde 1969 als Verein gegründet, hat mehr als 200 Mitgliedsorganisationen und ist Kompetenzträger in allen Fragen der Verkehrssicherheit.


Text: DVR